{"id":2057,"date":"2014-01-02T16:50:22","date_gmt":"2014-01-02T14:50:22","guid":{"rendered":"http:\/\/2013.nordgau.at\/?page_id=2057"},"modified":"2014-10-14T11:14:52","modified_gmt":"2014-10-14T09:14:52","slug":"1914-1933-die-erste-republik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nordgau.at\/?page_id=2057","title":{"rendered":"1914 &#8211; 1933"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Erste Republik<\/strong><\/p>\n<p><strong>Weltkrieg und Verlust der Heimat<br \/>\n<\/strong>Als sich die meisten Bbr.Bbr.in den Jahren des blutigen V\u00f6lkerringens an der Front befanden, war die Aufrechterhaltung des Verbindungslebens \u00e4u\u00dferst schwierig. Zeitweise befanden sich nur zwei aktive Burschen vor Ort. Zur Aufrechterhaltung des Kontakts mit den in Waffen stehenden Mitgliedern wurden die &#8222;Nordgau &#8211; Mitteilungen&#8220; als Rundschreiben an die Front versandt; auch sammelte man Gaben f\u00fcr die Soldaten.<\/p>\n<p>Trotz widriger Umst\u00e4nde konnte im Februar 1917 der zwanzigste &#8222;Kriegsfux&#8220; rezipiert werden; im selben Jahr wurden auf Anregung des AH Dipl.Ing. Otto Schubert die &#8222;Nordgautage&#8220;* zu Beginn des WS eingef\u00fchrt, die die Verbundenheit zwischen Philisterium und Aktivitas f\u00f6rdern sollten. Aufgrund des beharrenden Willens seiner Mitglieder war Nordgau nach Ende des Krieges in der Lage, ab dem WS 1918 den Vorsitz im Wiener Cartellverband (WCV) zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Im folgenden Jahr fand das W\u00fcten der Nationen sein Ende. Nordgau hatte dreizehn gefallene Bbr.Bbr. zu betrauern. Schwer wogen auch die zwischen Nordgau Wien und seiner Heimat in den Sudetenl\u00e4ndern fallenden Grenzbalken. Im Widerspruch zu den vierzehn Punkten Pr\u00e4sident Wilsons und trotz des Widerstandes der deutschsprachigen, dreieinhalb Millionen z\u00e4hlenden, Bev\u00f6lkerung fielen diese Gebiete 1919 an die neue Tschechoslowakei.<\/p>\n<p>Zwar fand im August 1919 wieder einer Ferialzusammenkunft in M\u00e4hrisch &#8211; Sch\u00f6nberg statt; auf einer Landestagung in Olm\u00fctz im J\u00e4nner 1920 beriet man sich auch mit den Cbr.Cbr. anderer Verbindungen. Es wurde klar, das der Strom der sudetendeutschen Studenten nach Wien sp\u00e4rlicher flie\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ohne seine Wurzeln zu vergessen, mu\u00dfte sich die Verbindung neue Keilb\u00f6den er\u00f6ffnen; in der Folge fanden Keilreisen nach Baden, Krems und Melk statt.<\/p>\n<p><strong>Nordgau in der Ersten Republik<br \/>\n<\/strong>Allm\u00e4hlich kehrte das Leben an den Hochschulen in seinen gewohnten Gang zur\u00fcck; die Studentenzahlen stiegen bis 1921\/22 durch die Kriegsheimkehrer rapide an, fielen aber danach durch die prek\u00e4re Wirtschaftslage. Zwischen Schlagenden und CVern entwickelte sich unter dem Eindruck der gemeinsamen Fronterlebnisse im ersten Weltkrieg eine Art Burgfriede, der sich auch in der gemeinsamen T\u00e4tigkeit in der als neue Vertretung der Hochsch\u00fcler entstandenen &#8222;Deutschen Hochsch\u00fclerschaft&#8220; (DSt) niederschlug. Mit der immer st\u00e4rkeren Unterwanderung der schlagenden Korporationen durch die Nationalsozialisten endete dieser Friede in den sp\u00e4ten 20er und fr\u00fchen 30er Jahren. Eine besondere Ehre war es f\u00fcr Nordgau, im WS 1920 dem F\u00fcrsterzbischof von Wien, Seiner Eminenz Kardinal Dr. Ferdinand Gustav Piffl, das Ehrenband \u00fcberreichen zu k\u00f6nnen. Die Verbindung konsolidierte sich allm\u00e4hlich; man fasste den Plan, Tochterverbindungen zu gr\u00fcnden. Auf einem BC am 18. J\u00e4nner 1921 beschloss man die Schaffung der Verbindung Austro &#8211; Danubia f\u00fcr H\u00f6rer der Technischen Hochschule; diese wurde am 26. Mai 1921 dem CV vorgef\u00fchrt und vom Vorort Austria Wien sofort als CV &#8211; Verbindung proklamiert. Noch im selben Jahr \u00e4nderte die Austro &#8211; Danubia ihren Namen in Alpenland. Gr\u00fcndungsburschen Alpenlands waren Theodor Asten, Eduard Asten und Max Nowak. Die Verbundenheit zur alten Heimat brachte die Gr\u00fcndung Nordgau Prags ebenfalls 1921 zum Ausdruck; mit starker Unterst\u00fctzung der Ferdinandea Prag entstand diese bald bl\u00fchende Korporation in der Goldenen Stadt, der die besondere Verbundenheit der Mutter geh\u00f6rte. Das Gr\u00fcndungsfest fand am 24. 7. 1921 in Freudenthal im Rahmen eines Katholikentages statt. Zur Hebung des Prinzips religio w\u00e4hlte Nordgau als erste Wiener Verbindung mit AH Pater Adolf Innerkofler v\/o Wolfram einen Verbindungsseelsorger; er zeichnete sich durch sein soziales Engagement f\u00fcr die zahlreichen in den Zeiten der Wirtschaftskrise Not leidenden Bundesbr\u00fcder aus und hatte seine Funktion bis 1938 inne.<\/p>\n<p><strong>Das 25. Stiftungsfest im Jahr 1925<br \/>\n<\/strong>Im SS 1925 konnte Nordgau sein 25. Stiftungsfest begehen. Die Feierlichkeiten fanden vom 3. bis 8. Juni in Wien statt; sie umfassten Festvortr\u00e4ge und Festbummel auf der Universit\u00e4t, einen Umzug mit 75 Chargierten zur Votivkirche, wo Nordgaus Ehrenphilister F\u00fcrsterzbischof Kardinal Piffl zu den Kl\u00e4ngen der G &#8211; Dur Messe von Schubert selbst die Messe zelebrierte. Dabei wurde eine von den Gattinen der AHAH gespendete Reisefahne geweiht. Er war auch beim Festkommers im gro\u00dfen Sophiensaal der Hofburg anwesend, dem auch der damalige Bundeskanzler Dr. Rudolf Ramek, Alter Herr Noricae, und der Rektor der Universit\u00e4t Wien Hofrat Dr. Sperl beiwohnten. Ein Ferialfest wurde im Sommer wieder in Freudenthal, nunmehr in der Tschechoslowakei, gemeinsam mit Nordgau Prag abgehalten.<\/p>\n<p><strong>Der CV und Nordgau in den inneren K\u00e4mpfen der Ersten Republik<br \/>\n<\/strong>In den Jahren danach versch\u00e4rfte sich das innenpolitische Klima in \u00d6sterreich; die Sozialdemokraten beschlossen 1926 das Linzer Programm mit dem Ziel der &#8222;Diktatur des Proletariats&#8220;, 1927 brannte der Justizpalast. In diesen schweren Jahren bildeten die Verbindungen des Cartellverbandes das haupts\u00e4chliche personelle Reservoir der Christlich &#8211; Sozialen Partei. Von 13 Staats -und Bundeskanzlern der 1. Republik waren 8 CVer; im Nationalrat machten die CVer 1919 23,2 % der christlich &#8211; sozialen Mandatare aus, 1930 gar 35 %. Nordgau stellte mit Alten Herrn Viktor Kolassa ein Mitglied des Nationalrats; 1929 wurde Alter Herr Emmerich Czermak sogar Unterrichtsminister. Im selben Jahr wurde dem Rektor der Universit\u00e4t Wien, Univ.Prof. Dr. Theodor Innitzer das Ehrenband Nordgaus verliehen; er bekleidete das Amt des Sozialministers im Kabinett Schober III (1929 &#8211; 1930). In den verschiedenen Wehrverb\u00e4nden waren CVer in f\u00fchrenden Positionen zu finden. Richard Steidle (AIn; 1940 im KZ Buchenwald ermordet) gr\u00fcndete die Tiroler Heimwehr und war 1932 bis 1934 Stellvertretender Bundesf\u00fchrer. Der nieder\u00f6sterreichische Heimwehrf\u00fchrer Julius Raab trug das Band der Norica. Der Einsatz der CVer in der Heimwehr forderte auch einen Toten aus ihren Reihen: am 14. September 1931 wurde der Student Engelbert Weinzierl (NbW) von einem sozialdemokratischen Arbeitslosen erschlagen, der sich durch Weinzierls Heimwehrkappe provoziert f\u00fchlte. Neben der Heimwehr fanden auch Kurt Schuschniggs (AIn) &#8222;Ostm\u00e4rkische Sturmscharen&#8220; Mitglieder unter den CVern. Die Stellung der CVer zum politischen Lager der Sozialdemokratie war somit klar bestimmt. Mit den Gro\u00dfdeutschen war noch eher Verst\u00e4ndigung m\u00f6glich (der Anschlussgedanke war nach 1918 bis 1933 auch im CV stark verbreitet), die Gro\u00dfdeutsche Volkspartei stellte sich 1921 bis 1932 als Koalitionspartner den Christlichsozialen zur Verf\u00fcgung. Die extremsten Ausw\u00fcchse des deutschnationalen Denkens lehnte der CV aber von Anfang an ab: am 21. 11. 1923 (12 Tage nach dem mi\u00dfgl\u00fcckten Putschversuch Hitlers in M\u00fcnchen) beschloss der WCV &#8211; Ausschuss die Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in der NSDAP mit jener in einer CV &#8211; Verbindung. Dies ist der fr\u00fcheste derartige Beschluss \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p><strong>Nordgau in den fr\u00fchen 30er Jahren<br \/>\n<\/strong>Trotz des qualvollen inneren Kampfes in \u00d6sterreich in diesen Jahren konnten der CV und Nordgau die Zahl ihrer Mitglieder vermehren. Beim 30. Stiftungsfest 1930 tauschte Nordgau die Freundschaftsb\u00e4nder mit seiner Mutterverbindung Austria Wien. 1931 beging man das 10. Stiftungsfest der Tochterverbindung Nordgau Prag, die inzwischen ein bl\u00fchendes Verbindungsleben unterhielt, in Troppau. 1931\/1932 \u00fcbernahm Nordgau wieder den Vorsitz im WCV, als WCV &#8211; x fungierte iur. Hans Papst. H\u00f6hepunkt dieser T\u00e4tigkeit bildete der WCV &#8211; Kommers anl\u00e4\u00dflich des 75j\u00e4hrigen Bestehens des CVs und der 25j\u00e4hrigen Wiederkehr der Vereinigung von CV und \u00d6CV. Die Festrede hielt der Vereinigungssenior AH Emmerich Czermak. 1932 verstarb der F\u00fcrsterzbischof von Wien Kardinal Friedrich Gustav Piffl, Ehrenbandtr\u00e4ger Nordgaus. Sein Nachfolger als Erzbischof wurde \u00fcberraschenderweise Dr. Theodor Innitzer, der ebenfalls die Farben Nordgaus trug. Bei seiner Inthronisation am 30. 10. 1932 chargierten Nordgauer im Stephansdom. Am 3. Februar 1933 hielt man einen Sudetendeutschen Kommers als Zeichen der Verbundenheit mit der alten Heimat ab, wobei man die B\u00e4nder mit der Tochterverbindung Alpenland tauschte. Zu diesem Zeitpunkt war Hitler bereits zum Reichskanzler ernannt worden und begann, seinen Schatten auch auf \u00d6sterreich zu werden. Schon 1931 hatte der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) auf dem Grazer Studententag die F\u00fchrung in der DSt \u00fcbernommen, unterst\u00fctzt von den wehrhaften Verb\u00e4nden. Der Burgfriede zwischen Schlagenden und CV war damit beendet.<\/p>\n<p><a href=\"\/?page_id=2060\">weiter mit 1933 bis 1938<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erste Republik Weltkrieg und Verlust der Heimat Als sich die meisten Bbr.Bbr.in den Jahren des blutigen V\u00f6lkerringens an der Front befanden, war die Aufrechterhaltung des Verbindungslebens \u00e4u\u00dferst schwierig. Zeitweise befanden sich nur zwei aktive Burschen vor Ort. 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