{"id":2064,"date":"2014-01-02T16:53:48","date_gmt":"2014-01-02T14:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/2013.nordgau.at\/?page_id=2064"},"modified":"2014-10-14T11:16:03","modified_gmt":"2014-10-14T09:16:03","slug":"nordgau-nach-1945","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nordgau.at\/?page_id=2064","title":{"rendered":"nach 1945"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Befreiung \u00d6sterreichs von der NS-Herrschaft versammelte sich Nordgaus Altherrenschaft schon am 19. Juni 1945, um \u00fcber das Wiedererstehen der Verbindung zu beraten. In einer Generalversammlung (CC) am 15. Oktober 1945 wurden diese Bem\u00fchungen weitergef\u00fchrt; gleichzeitig sorgte ein Mitglieder\u00fcberpr\u00fcfungssausschuss f\u00fcr die Entfernung jener Bundesbr\u00fcder, die trotz der 1933 von der Verbindung geforderten Ehrenerkl\u00e4rung tats\u00e4chlich bereits illegal in der NSDAP t\u00e4tig gewesen waren.<\/p>\n<p>Seitens der Vereinsbeh\u00f6rde wurde am 29. Mai 1946 die 1938 verf\u00fcgte Aufl\u00f6sung der Verbindung aufgehoben, nachdem schon am 31. M\u00e4rz 1946 ein Wiederbegr\u00fcndungsfest auf Einladung S. Em. Bbr. Theodor Kardinal Innitzer im erzbisch\u00f6flichen Palais stattgefunden hatte. F\u00fcr kurze Zeit musste Nordgau (als nunmehrige \u201eKatholische \u00f6sterreichische Hochschulverbindung\u201c) allerdings den Namen \u201eFerdinandea Wien\u201c f\u00fchren, bis sich die Vereinsbeh\u00f6rde \u00fcberzeugen lie\u00df, dass der schon seit 1900 gef\u00fchrte alte Namen in keiner Weise mit dem NS-Gedankengut in Zusammenhang stand.<br \/>\nUnter dem Philistersenior Otto Schubert v. Dr. cer. Demian und dem Senior Leopold Swossil erbl\u00fchte Nordgau bald erneut, sodass die Verbindung schon im Studienjahr 1948\/1949 den Vorsitz im Wiener Cartellverband \u00fcbernehmen konnte. Ein m\u00e4chtiges Zeichen der neuen Lebenskraft war das 50. Stiftungsfest, das vom 27. bis 28. Mai 1950 in Wien gefeiert wurde; den noch lebenden Stiftern wurde dabei das \u201eEhrencouleur\u201c als neuartige Ehrung \u00fcberreicht. Nordgauer wurden in dieser Zeit auch im \u00f6ffentlichen Leben des nach 1955 wieder v\u00f6llig unabh\u00e4ngigen \u00d6sterreichs aktiv: 1954 wurde Bbr. Dr. Heinrich Drimmel Unterrichtsminister, 1956 Bbr. Dr. Fritz Bock Minister f\u00fcr Handel und Wiederaufbau; 1954 \u00fcbernahm Bbr. G\u00fcnther Wiesinger den Vorsitz der Hochsch\u00fclerschaft. Ein trauriges Ereignis stellte in diesen Jahren der Trauerkommers am 18. Oktober 1955 f\u00fcr den verstorbenen Erzbischof von Wien und Nordgauer Theodor Kardinal Innitzer dar; sein Nachfolger Erzbischof Franz (sp\u00e4ter Kardinal) K\u00f6nig erhielt 1956 das Ehrenband Nordgaus.<\/p>\n<p>Nachdem Nordgau ab 1946 seine Bude in den Teilen der Wohnung von Bbr. Pfarrer Hanig in der Schottengasse 3 hatte, wurde f\u00fcr die auf \u00fcber 330 Mitglieder angewachsene Verbindung 1958 eine gr\u00f6\u00dfere Bude gesucht, die mit den R\u00e4umlichkeiten im Looshaus am Michaelerplatz gleich gegen\u00fcber der Hofburg gefunden wurde. Kurz danach \u00fcbernahm Nordgau f\u00fcr die Zeit 1960\/1961 und 1961\/1962 unter den Vorortspr\u00e4sidenten Dr. Rudolf Gruber v. Grog und danach Dr. Peter Micheler v. Swift den Vorsitz im \u00d6sterreichischen Cartellverband mit den Themen \u201eChristliche Freiheit und Pers\u00f6nlichkeit\u201c und \u201e\u00d6kumene \u2013 Einheit der Christen\u201c \u2013 und dies schon vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil.<\/p>\n<p>Die folgenden, gerade f\u00fcr die Hochschulen turbulenten 60er Jahre gingen auch an Nordgau nicht spurlos vorbei,\u00a0 doch gelang es, die vier Prinzipien und die bew\u00e4hrten Formen des Couleurstudententums \u00fcber die Krise der Jahre 1968\/1969 zu retten und durch den engagierten Einsatz einiger Bundesbr\u00fcder die Verbindung mit neuem Leben zu erf\u00fcllen. So konnte das 75. Stiftungsfest unter dem besonders verdienten mehrfachen Senior Walter Pariasek in feierlichem Rahmen begangen werden.<br \/>\nIn den 80er Jahren ging das Verbindungsleben dann einen ruhigeren Gang, Nordgau begegnete dennoch den Herausforderungen der Zeit erfolgreich \u2013 wie etwa 1985 eine Podiumsdiskussion zur Besetzung der Hainburger Au zeigte, die von einer sehr gro\u00dfen Zahl auch Verbindungsfremder besucht wurde. 1986 musste die Bude im Looshaus aufgeben werden, Nordgau fand eine neue Heimstatt an seiner aktuellen Adresse in der Kolingasse 2, ideal gelegen zu den diversen Universit\u00e4tsstandorten der Stadt. Im Wintersemester 1989 \u00fcbernahm Nordgau dann wieder den Vorsitz im \u00d6CV unter dem Vorortspr\u00e4sidenten G\u00fcnther Wiesinger und setzte unter dem Motto \u201eCV \u2013 ein Weg, nicht resignieren, Stellung beziehen\u201c inhaltliche Akzente f\u00fcr die Zukunft. Einen gro\u00dfen Verlust f\u00fcr Nordgau bedeutete im November 1989 der Tod\u00a0 von S. D. F\u00fcrst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein, der seit seiner Rezeption 1927 seinem Nordgau stets eng verbunden blieb, wie die Verbindung noch 1986 durch die Gr\u00fcndung einer \u201eF\u00fcrst Franz Josef-Stiftung\u201c deutlich dokumentiert hatte.<\/p>\n<p>Der Umbruch in Mittel- und Osteuropa 1989 forderte auch Nordgau heraus; 1989 zeigte sich die Verbindung durch eine Demonstration vor der rum\u00e4nischen Botschaft solidarisch mit der Opposition gegen das grausame Ceausescu-Regime. Im Sommer 1992 fanden f\u00fcnf bosnische Fl\u00fcchtingsfamilien auf der Bude zeitweilig Unterkunft und wurden von Nordgau betreut. Andererseits konnte die neue Reisefreiheit 1993 zum ersten Stiftungsfest in der \u201ealten Heimat\u201c in Prag seit vielen Jahrzehnten genutzt werden.<br \/>\n1994\/1995 \u00fcbernahm Nordgau erneut den Vorort des \u00d6CV mit dem VOP Martin G. Sellner an der Spitze. Danach liefen schon allm\u00e4hlich die Vorbereitungen f\u00fcr das 100. Stiftungsfest im Jahr 2000 an, das mit den H\u00f6hepunkten Romfahrt im Herbst 1999 und Stiftungsfestkommers in der Hofburg im Mai 2000 unter den Jubelseniores Harald Hess und G\u00fcnther Dragosics und dem langj\u00e4hrigen Philistersenior Prim. Prof. Dr. G\u00fcnther Wiesinger v. Dr. cer. Swing, der im Jahr darauf auch das Ehrencouleur erhielt, eine wahrhaft w\u00fcrdige Jahrhundertfeier Nordgaus wurde.<\/p>\n<p><a href=\"\/?page_id=2066\">weiter mit der Geschichte ab 2000<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Befreiung \u00d6sterreichs von der NS-Herrschaft versammelte sich Nordgaus Altherrenschaft schon am 19. Juni 1945, um \u00fcber das Wiedererstehen der Verbindung zu beraten. In einer Generalversammlung (CC) am 15. 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